Vorbereitung zur „Republikflucht“

(Zu: § 213 Absatz 4 StGB DDR)

Bereits 1764 veröffentlichte der italienische Rechtsgelehrte Cesare de Becceria sein in 22 Sprachen übersetztes Buch „Dei delitti e delle pene“ (zu deutsch: „Von den Verbrechen und von den Strafen“).

 

Becceria ging auch den Fragen nach:

Zunächst, so Becceria, kann die Flucht außer Landes gar nicht bestraft werden. Denn:

„Ist der Flüchtige erst einmal geflohen, ist er ja unserer Strafgewalt entzogen.“

Bestrafen könne man nur die gescheiterte Flucht, also den Versuch. Aber schon zu diesem sei die Staatsgewalt genötigt, bereits Vorbereitungshandlungen zu bestrafen, ja seine Bürger dahingehend zu bespitzeln.

Und letztendlich erfordere dies alles eine Mauer rund um das Land.

Die Wirkung ? Becceria 1764:

„Ein Staat, der seinen Bürgern bei Strafe verbietet, die Heimat zu verlassen, an die sie doch von Natur und von der Seele aus gebunden sind, wird sie nur noch lüsterner machen, genau das zu tun.“

Und, so Becceria bereits 1764:

„Ein Staat, der die Flucht außer Landes mit Gefängnis bestraft, IST FÜR JEDEN FREMDEN EINE WARNUNG, sich dort NICHT niederzulassen.


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