politische Verhaftungen der DDR, 1988

Der Bericht des Ministeriums für Staatssicherheit 

an das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei, SED, über sein Wirken im Jahr 1988 verzeichnet 3.668 Per­sonen, gegen welche die Stasi in jenem Jahr ein Ermittlungsverfahren er­öffnete.

Davon, so der heutige Kommentator des Berichts (Frank Joestel), müssten etwa 90%, also etwa 3.300 Verfahren, als politische Verfolgung erkannt wer­den.
Etwa 2.750 Verfahren, also 83 % beträ­fen das Bemühen von DDR-Bürgern, über die Mauer zu wollen. 1.734 Verfahren daraus, also 54 % aller von der Staatssicherheit 1988 durchgeführten Ermittlungen (mit Untersuchungshaft) hatten direkt den  § 213 des Strafgesetzbuches der DDR (Vorbereitungen zum illegalen Grenzübertritt) zum Vorwurf. Etwa 1.000 dieser Beschuldigten waren jünger als 25 Jahre.