Fundstellen, StGB DDR

Das Strafgesetzbuch der DDR stammt tatsächlich erst vom 12. Januar 1968. Bis dahin „behalf“ sich die DDR-Strafjustiz mit dem (Reichs-)Strafgesetzbuch von 1871,

mit freilich einigen DDR-spezifischen Auslegungen und Veränderungen. Pfarrer Georg Herche in Forst z.B. wurde am 28. November 1957 zu sechs Monaten Haft verurteilt unter Inanspruchnahme des  von Bismarck eingeführten „Kanzelparagraphen“ § 130a. Herches Frau ging damals mit Maria Nooke, seiner Tochter schwanger.

Weiter „behalf“ sich die DDR mit dem „Nebenstrafrecht“. Als solches bezeichnet die Rechtswissenschaft Strafnormen, die außerhalb des Strafgesetzbuches gesetzt werden. Die wichtigste Norm zur politischen Verfolgung war bis zum Erlass der Strafgesetzbuches der DDR 1968 der Artikel 6 Absatz 2 der DDR-Verfassung von 1949.


Zitiert wird das DDR-Strafgesetzbuch als:

Strafgesetzbuch der DDR vom 12. Januar 1968 in der Fassung des Gesetzes vom 19. Dezember 1974 zur Änderung des Strafgesetzbuches, des Anpassungsgesetzes und des Gesetzes zur Bekämpfung von Ordnungswidrigkeiten (GBl. I Nr. 64 S. 591), es wurde geändert durch Gesetz vom 7. April 1977 (GBl. I S. 100), Gesetz vom 28. Juni 1979 (GBl. I S. 139), Gesetz vom 25. März 1982 (GBl. I S. 269), Gesetz vom 29. November 1985 (GBl. I S. 345), Gesetz vom 18. Dezember 1987 (GBl. I. S. 301), Gesetz vom 14. Dezember 1988 (GBl. I S. 335), neu bekannt gemacht am 14. Dezember 1988 (GBl. 1989 I S. 33), geändert durch Vertrag zur Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion vom 18. Mai 1990 (GBl. I S. 332), Anl. III, Abschn. II, Nr. 19; Gesetz vom 29. Juni 1990 (GBl. I S. 526), Anl. I. und aufgehoben durch Einigungsvertrag vom 31. August 1990 (BGBl. II S. 889).


Das vollständige Strafgesetzbuch der DDR von 1968 mit den Folgeänderungen findet sich IM NETZ HIER …