DOKTOR-Arbeiten aus der DDR

„Wer in diesem, dem posttotalitären politischen System, eine akademische Ausbildung abgeschlossen hat, hat jeden Anspruch auf Glaubwürdigkeit verloren.

Er hat die Gelegenheit, diese durch eine politische Haft wieder zu erlangen.“

Vaclav Havel, Briefe an Olga


Examensarbeiten aus den Hochschulen der DDR sind heute vergessen und verbrannt.

Nicht verbrannt und vergessen sind die Promotionsschriften an den DDR-Universitäten, die Doktorarbeiten. Doktorarbeiten in Sachen Recht der Diktatur oder marxistisch-leninistischer Ökonomie ( so genannte „Wirtschaftswissenschaften“ ) enthalten nicht nur SED-konforme Vorworte, sie triefen vor Ideologie. Sie bieten auch die Erklärungen dafür, warum das Volk der DDR 1989/90 grundsätzlich allen DDR-Intellektuellen misstraute. Warum das Volk die Eliten aus dem Westen wollte bzw. die, die sich für diese Eliten hielten. Damals, 1990.

Hier mal einige Auszüge aus einigen


D O K T O R A R B E I T E N :


Frau DOKTOR (jur.) Carola Wille, heute MDR-Intendantin

beim Gebührenfernsehen.


Herr DOKTOR (der evangelischen Theologie) Martin Kupke,

heute AUFARBEITER des sozialistischen Unrechts.


Herr DOKTOR (der „Wirtschaftswissenschaften“) Michael Schädlich,

später einer der Geschäftsführer und geschäftsführender Gesellschafter eines Instituts für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (ISW) in Halle.


Nein, Herr DOKTOR (h.c.) Roland Jahn hat 1977 in der DDR keine Doktorarbeit über den baldigen Niedergang des Kapitalismus geschrieben.

Er bekam die Kappe ehrenhalber.


Herr DOKTOR (der „Wirtschaftswissenschaften“) Gunthard Bratzke,

später ebenfalls einer der Geschäftsführer und geschäftsführenden Gesellschafter eines Instituts für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (ISW) in Halle.


Frau  DOKTOR (jur.) Angela Kolb-Janssen (SPD),

2008 bis 2016 Justizministerin in Sachsen-Anhalt.