Anetta Kahane und das Tribunal

Annetta Kahane, Vorsitzende der „Amadeo-Antonio-Stiftung“ lädt für übernächste Woche ein. Wieder mal finanziert mit Steuergeldern, diesmal mit Hilfe des Genossen Gill. Also ich meine den Leiter der Landeszentrale für Politische Bildung Berlin, den Genossen Thomas Gill (SPD). Diesmal läuft’s unter dem Titel:

„DER RECHTE RAND DER DDR-AUFARBEITUNG“

Zum Download des Programms auf der Webseite vom Genossen HILSBERG (SPD) geht’s da lang …

Anetta Kahane fragt:

„Diente die Aufarbeitung der SED-Diktatur manchem nicht auch als trojanisches Pferd für eine nationalistische und antidemokratische Agenda ? …

… Es gilt also zu diskutieren, wie die bisherige Anlage der Aufarbeitung möglicherweise Fehlentwicklungen befördert hat … und wie sich diese … künftig ausschließen lassen.“ 

Der unvermeidliche Markus Decker ist auch dabei. Die „Fachtagung“ beginnt übernächsten Donnerstag, den 14. Februar 2019, 10 Uhr in der Amadeu Antonio Stiftung, Novalisstraße 12, 10115 Berlin-Mitte. Sie beginnt mit Doktor Helmut Müller – Enbergs.

Dieser hat kraft seiner Stasi-Expertizität ein Gutachten zu „IM Victoria“, also zu Anetta Kahane und ihrer Stasi-Tätigkeit geschrieben.

Das hat sie auch auf die Webseite ihrer Stiftung gestellt.

Die für mich wichtigste Grundaussage des Gutachtens von Müller – Enbergs steht auf Seite 3 und 4 und lautet:

„Quellenlage

Die Auftraggeberin (IM Victoria=Anetta Kahane) legte dem Unterzeichner (Helmut Müller – Enbergs) folgende Unterlagen in Kopie vor, wie ihr diese von der BStU in mehreren Chargen, jedoch wesentlich im Jahr 2002 zur Verfügung gestellt wurden. 

Mit geringen Fehlstellen … werden die zu Frau Anetta Kahane angelegten und von ihr zur Verfügung gestellten UNTERLAGEN ALS VOLLSTÄNDIG anzusehen sein. … Diese Unterlagen sind als zureichend (anzusehen), um auf deren Basis eine Bewertung vorzunehmen.

Wow, die Marianne Birthler hat der „IM Victoria“ ihre Spitzelberichte ausgehändigt. Und zwar in einem Umfang, der ALS VOLLSTÄNDIG anzusehen ist.

§ 16 Absatz (2) des Stasi-Unterlagengesetzes erlaubt eigentlich nur, dem Stasi-Mitarbeiter AUSKUNFT zu erteilen in einer

 „Umschreibung von Art und Umfang der Tätigkeit, des Personenkreises, über den berichtet worden ist, sowie der Häufigkeit der Berichterstattung.“

Aber die Frau Birthler ist ja auch in Hohenschönhausen eher etwas eigen. Sie habe dort, so ihre Beteuerung gegenüber der Presse, 27 vertrauliche Gespräche mitt 36 Mitarbeitern geführt. Nur mal so als Denksport: Wie führt man eigentlich 27 vertrauliche Gespräche mit 36 Mitarbeitern?

Richtig ist natürlich: Anhand alter Spitzelberichten läßt sich schon überlegen, was an diesen zu optimieren gewesen wäre.

Ich habe vorsichtshalber die Stasiunterlagen-Behörde darauf verklagt,

den über mich angelegten „Operativen Vorgang Gärtner“ zu vernichten. Hat jetzt auch ein Aktenzeichen beim Verwaltungsgericht in Berlin: VG 1 K 5.19.

Sonst gelangt der auch in Stasi-Hände.


P.S.:

Vera Lengsfelds Beitrag zum Thema steht hier …

Die Sicht der „Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft“ steht hier

Klaus-Rüdiger Mai schreibt bei „Tichys Einblicke“ DORT über „Amadeu Antonio Stiftung: Geheimtagung?“

In seinem Blog erwähnt er auch, dass sich „IM Victoria“ das nun nicht nachsagen lassen will. Die „Fachtagung“ ist jetzt auf der Webseite der „Amadeo-Antonio-Stiftung“ angegeben, allerdings als AUSGEBUCHT.


Die (automatisch generierte) mail der Stiftung auf meine Anmeldung hin habe ich unten wiedergegeben. Ich mache mir allerdings keine Illusionen darüber, dass sich dort für mich wirklich ein Plätzlein finden könnte:

Gesendet: Montag, 04. Februar 2019 um 17:04 Uhr
Von: „info@amadeu-antonio-stiftung.de“ <info@amadeu-antonio-stiftung.de>
An: „Bodo Walther“
Betreff: Anmeldung Fachtagung „Der Rechte Rand der Aufarbeitung“

Vielen Dank für Ihre Nachricht, deren Eingang wir hiermit bestätigen möchten.

Darüber hinaus möchten wir Sie auf die damit zusammenhängende Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten hinweisen. Die Datenverarbeitung geschieht im Einklang mit der am 25. Mai 2018 in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO).

Alle Informationen zur Datenverarbeitung gemäß Art. 12 ff. DS-GVO finden Sie unter https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/datenschutzerklaerung/pflichtinformationen.

Wir werden uns bezüglich Ihrer Nachricht bei Ihnen zurückmelden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Amadeu Antonio Stiftung

(Diese Nachricht wurde automatisch erstellt.)


 

 

 

2 Gedanken zu „Anetta Kahane und das Tribunal

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