1984 – Kontaktverbrechen

Genauestens hatten sie mich in einem Operativen Vorgang mit dem Decknamen „Gärtner“ beobachtet. In den Nachtstunden des 13. Januar 1984, einem Freitag, nahmen sie mich wieder fest:

Sie glaubten felsenfest, ich sei mit § 100 StGB DDR ein Agent und was ich an Informationen an ihre Feinde weitergegeben hätte, könnten sie mir durchaus nachweisen.

Ihre Beweislage war allerdings dünn, ich redete mit ihnen ja ziemlich wenig, einmal sagte ich 5 Stunden und 45 Minuten lang gar nichts:

Auf dem Bild oben ist die Zeit der Vernehmung angegeben: 9:00 h bis 12 Uhr und 13:45 h bis 16:30 h. Der Vernehmungsinhalt paßte tatsächlich auf 2 DIN A 4 – Seiten.

So waren sie auch wegen meines „Aussageverhaltens“ nicht sicher, was sie mir blühen lassen könnten.

Trotzdem klagten sie mich am 14. Juni 1984 der Agententätigkeit an, änderten das aber in der Hauptverhandlung auf den Vorwurf des § 219 StGB DDR, des Kontaktverbrechens. Gegen das am 18. Juli 1984 verkündete Urteil des Bezirksgerichts Halle legte ich Berufung ein.

Zwischenzeitlich lernte ich dabei sogar den leitenden Bezirksstaatsanwalt kennen.

Das Berufungsurteil des Obersten Gerichts der DDR vom 14. September 1984 steht hier:


Die Aktenübersicht steht hier ….