Professor Schröder und sein Heldenmut

Lieber Genosse Professor Doktor Richard Schröder,

auf der Webseite des Genossen Bundespräsidenten fand ich die Worte:

„Der ostdeutsche Theologe Richard Schröder hat mit Blick auf die DDR beklagt, dass mehr an … Verfolgung erinnert werde als an die Opposition.

Es stimmt, es gibt wichtige Gedenkstätten, die an die Untaten der Stasi und ihre Opfer erinnern, aber wo ist der Ort, an dem von der Friedens-, Umwelt- und Demokratiebewegung erzählt wird? … wo ist der authentische Ort, der den MUTIGEN OPPOSITIONELLEN in der DDR gewidmet ist?“


Ja, da ist es wieder. Das Framing:

  • Auf der einen Seite die „Opfer“, die bei der Stasi in einer Zelle einsaßen. Und
  • auf der anderen Seite der „MUTIGE OPPOSITIONELLE“. Der Genosse Richard Schröder.

Der Professor Doktor Richard Schröder natürlich. Mit einem Doktor-Titel. Anerkannt von einer DDR-Universität des Namens „Karl Marx“.

Opposition, lieber Genosse Schröder, ist ein Begriff der parlamentarischen Demokratie. In der DDR war so was bei Gefängnisstrafe verboten.

Vaclav Havel hat das mal beschrieben. Auch beschrieben, warum es so was im Osten nie geben konnte.

In einem totalitären Staat (Vaclav Havel sagt: „in einem POSTtotalitären Staat“ ) gibt es keine Opposition. Und 1989 ist die DDR auch nicht an einer „Opposition“ zu Bruch gegangen, sondern an dem 40-jährigen FEHLEN VON OPPOSITION. Jedem Staatswesen wird es so ergehen, in dem die Regierung ihre Kritiker mit dem Vorwurf der „staatsfeindliche Hetze“ überzieht. Sie vom Staatsanwalt verfolgen läßt. Das Gebälk wird verfaulen, wenn der frische Wind einer Opposition fehlt. Irgendwann stürzt das Haus dann ein.

Wohl aber gab es in der DDR Dissidenz und Widerstand. Und Widerstand hat in einer Diktatur IMMER mit Verfolgung zu tun und nie mit den Dingen, die so genannte „ehemalige DDR-Oppositionelle“ am Revers zu stecken haben.

Aber genau das ist ja der Plan der Geschichts-Revidierer:

– Die Verfolgten nicht als Gegner der Diktatur darzustellen, sondern als Opfer eines Zufalls, einer „Stasi-Willkür“,

– den Leisetretern des „Demokratischen Blocks der Parteien und Massenorganisationen und der „Kirche im Sozialismus“ eine Oppositionsrolle anzudichten.

Kurz: Die Diktatur nicht als Diktatur zu beschreiben.

Wenn ich lese, was Sie 1988/89 für eine „Friedensbewegung“ zu einem „Konziliaren Prozess Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ geschrieben haben ..

Das Kapitel 3: Mehr Gerechtigkeit in der DDR – unsere Aufgabe, unsere Erwartung …

Also Professor Doktor Richard Schröder, das ist schon eine Leistung, ein 27-seitiges „Oppositionspapier“ zur Gerechtigkeit in der DDR des Jahres 1988/89 zu schreiben,

in dem Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl NICHT vorkommen. Mit keiner Silbe.

Es ist mir ja  verständlich, dass Sie das nicht über Ihre Lippen und nicht über Ihre Feder brachten. Wenn Sie da hineingeschrieben hätten: „DIE MAUER MUSS WEG“, dann wären Sie ja kein „MUTIGER OPPOSITIONELLER IN DER DDR“ geworden, sondern ein in der DDR Verfolgter. Hätte böse in einer Stasi-Zelle geendet.

Nix für ungut

Bodo Walther


P.S.:

Zuerst dachte ich ja, ich würde sie im Beirat der Stasi-Unterlagenbehörde mal persönlich kennenlernen. Aber Ihren Platz dort hat ja nun die Genossin Budde eingenommen.


P.P.S.:

Professor Doktor Richard Schröder mailte mir:

Gesendet: Samstag, 16. März 2019 um 15:53 Uhr
Von: „Richard Schröder“
An: „‚Bodo Walther'“
Betreff:

Nachdem Sie mich öffentlich verleumdet haben, möchte ich Sie nicht persönlich kennenlernen. Ich habe mich übrigens noch nie als Oppositionellen bezeichnet.

Schröder.

 

facebook ist schon lustig …

Manchmal geschehen aber auch Unfälle.

Einer, der meinen Blog auf Facebook geteilt hatte:

(Zum Vergrößern bitte klicken). Also dieser eine wurde prompt von Herrn Heitzer aus dem Zentrum für Zeithistorische Forschung zu Potsdam ermahnt:

Und deshalb nahm es sich der Blog-Teiler zu Herzen:

Ja, auf Facebook muss man vorsichtig sein.

Insbesondere im Umfeld von Anetta Kahane. Das KONTAKTVERBRECHEN wurde in ihren aktiveren Zeiten mit bis zu 2 Jahren Haft geahndet.

Ilse Junkermann und die armen Schwarzen in Afrika

Guten Tag, gute Hirtin Junkermann,

meine Erläuterung ist wohlmeinend. Ins Netz stelle ich diese Zeilen, weil Sie auf direkte Briefe eh nicht antworten.

Ihre Kirche bemüht sich wieder um die Armen. Diesmal um  Mosambikaner, die für ihre Arbeit in der DDR bis heute keine Dollar oder Euro oder D-Mark oder so was erhalten haben. Dieses (nach Auffassung Ihrer Kirche) Unrecht haben Sie ja mit Fachleuten heiß diskutiert.

Zunächst, Frau Junkermann, weil Sie das nicht wissen können: In der DDR erhielt NIEMAND seinen Lohn in Dollar oder Euro oder D-Mark oder so was.

Mit Ausnahme natürlich der Pfarrer. Aber die kriegten nicht ihr ganzes DDR-Pfarrergehalt in Westmark. Allenfalls einen Teil. Meist als Sachleistung. Im Westpaket.


Fangen wir ganz von vorn an. Mit dem Begriff DEVISEN.

Das sind auf ausländische Währungen lautende oder in diese umtauschbare Zahlungsmittel. Gold zum Beispiel ist in alle Währungen dieser Welt umtauschbar. Inländische Währungen, die in ausländische Währungen umgetauscht werden können, nennt man konvertierbar. Und das waren die Alu-Chips, mit denen man in der DDR entlohnt wurde, NICHT.

Die DDR-Mark war eine Binnenwährung und durfte nicht aus der DDR ausgeführt und auch nicht in die DDR eingeführt werden.

Sie war nicht einmal in der Tschechoslowakei etwas wert. Wenn wir als Jugendliche nach Böhmen fuhren, dann schleppten wir immer einen Rucksack voller Konserven mit. Und natürlich die Ersatz-Zahlungsmittel. Das sind z.B. amerikanische Zigaretten oder Kaugummis. Die sind immer Ersatz-Zahlungsmittel und waren es auch 1946, wenn da etwa Ihr Großvater, Frau Junkermann, auf Reisen gehen wollte.

Die DDR hatte keine Devisen. Oder besser: Sie war knapp dran damit.

Aber sie konnte sich diese Devisen durch christliche Nächstenliebe verschaffen. Ich zum Beispiel wurde zum 13. März 1985 für 95.847 Deutsche Mark (= 49.005,61 Euro) durch die Kirche verkauft.

Wie einst Josef von seinen Brüdern.

Mit diesen 49.005,61 Euro konnte man im Sozialismus wieder ein paar Tage wirtschaften.


Aber zurück zu den Mosambikanern:

Die DDR-Mark war in Mosambik nichts wert.

Ein Mosambikaner konnte mit den in der DDR verdienten DDR-Mark, mit etwaigen Geld-Ersparnissen, zu Hause nichts anfangen. Gut, der eine oder andere Vertragsarbeiter brachte eine Sache mit nach Hause. Ein Moped S50 zum Beispiel.

Aber es war schon schwer, das in der DDR zu erwerben, auch auf dieses gab es Anmeldelisten. „Sofort“ bekam man es nur gebraucht. Und die Ausfuhr als Privater war (eigentlich) wegen des DDR-Außenhandelsmonopols des Staates unmöglich. Das ging allenfalls als „Umzugsgut“.

Deshalb hatten sich die DDR und Mosambik darauf geeinigt, dass den in der DDR arbeitenden Mosambikanern zunächst

  • 25 % ihres Lohnes zu Hause in Mosambik in der dortigen Landeswährung, dem Metical ( von Arabisch: Mithqāl, مثقال  ) ausgezahlt wird. Der war in den damaligen 1980er Jahren auch nicht konvertierbar. 75 % ihres Lohnes konnten bzw. mussten sie in der DDR „auf den Kopf hauen“. Später wurde das geändert, für sie wurde eine Auszahlung von
  • 60 % ihres Lohnes in Metical vereinbart. Mit 40% des Lohnes sollten sie in der DDR leben.

Sie beklagen, Frau Junkermann, dass die Mosambikaner damit in der DDR „wie Sklaven“ lebten und sich „nichts gönnen konnten“.

Entschuldigen Sie, Frau Junkermann: Haben Sie schon mal mitbekommen, wie ungarische, rumänische oder bulgarische Vertragsarbeiter HEUTE in Deutschland leben ? Auf deutschen Baustellen ? In deutschen Schlachthöfen ? Sie sparen sich jeden Cent von ihrem mageren Lohn vom Munde ab. Für zu Hause. Für die Familie. Dorthin übersenden sie weit mehr als 60% ihres Lohnes.

Nichts für ungut

Bodo Walther

Nachrichtendienste im Wandel

Nachrichtendienste, also Dienste die Nachrichten sammeln, haben es heute schwer. Darüber berichtet Frau Doktor Karola Willes Gebührenfunk. Die Schlagzeile:

„Gewalt gegen Journalisten nimmt zu.“

So habe zum Beispiel am 1. September 2018 ein MDR-Kamerateam die Wohnung eines Chemnitzer Bürgers betreten. Weiter habe es seinen Abfilme-Apparat auf dessen Balkon aufgebaut. Dann sei ein Mann gekommen, habe ihnen die Kameras aus der Hand geschlagen und den einen Nachrichtendienstler die Treppe hinunter geworfen.

Es sei der Wohnungsinhaber gewesen, berichtet uns das Netz hier und hier. Der habe sich auf so Dinge wie das Grundgesetz berufen und „Hausfriedensbruch“ und so.

Folgerichtig diskutiert die taz, ob solche irgendwie doch staatlichen Nachrichtendienste nicht künftig unter Polizeischutz in z.B. Wohnungen eindringen sollten. Wegen Pressefreiheit und so.


Im antifaschistischen Arbeiter-und Bauernstaat war das alles schon verwirklicht. Damals, als Frau

Doktor noch an ihrer Doktorarbeit bastelte.

Bei mir zum Beispiel planten die Jungs vom Nachrichtendienst am Freitag dem 13. Januar 1984 mal eine heimliche Heimsuchung.

Sie feilten dazu sogar einen Wohnungsschlüssel nach (zum Vergrößern des Bildes bitte klicken). Der IM „Peter“ also einer der Kundschafter des Friedens, sollte für den 13. Januar 1984 genau beobachten, ob auch niemand in der Wohnung drin ist. Heimlichkeiten sind ja nicht mehr heimlich, wenn jemand zuguckt. (Siehe unten,

zum Vergrößern bitte klicken.)

Also der „IM Peter“ rief beim Nachrichtendienst an, dass alles leer sei. Um 18:30 Uhr steckte der nachrichtenfreudige Genosse Burkhardt seinen nachgefeilten Wohnungsschlüssel in unser Schlüsselloch. Er wunderte sich schon, dass gar nicht verschlossen war, dachte sich aber nichts dabei. Vielmehr schlich er auf leisen Sohlen in unsere Küche.

Dort saßen gerade meine Mutter und meine Brüder beim Abendbrot. „Was machen Sie denn hier ?“ – so fragte der Genosse Burkhardt mit seinen Jungs vom Nachrichtendienst. Meine Mutter sagte: „Ich wohne hier ! Was machen SIE denn hier ?“. Ja, sagten die Nachrichtendienstler, das sei eine Haussuchung. Worauf meine Mutter sagte: „Da will ich aber mal den Durchsuchungsbeschluss (damals: „Haussuchungsbefehl“) sehen.“

Das war die nächste Panne. Die Nachrichtendienstler hatten immer  einen Stapel Blanko – „Durchsuchungsbefehle“ in ihrer Nachrichtenzentrale. Das hätte dieses Chemnitzer Kamerateam des Staatsfunks am 1. September 2018 sicher auch gern gehabt. Aber der Genosse Burkhardt hatte das Formular um 18:30 Uhr VERGESSEN. Also sagte er: „Oh, den haben wir gar nicht mit, ich hole ihn gleich.“ Seine Kollegen blieben da und schon nach 25 Minuten war er mit dem „Durchsuchungsbefehl“ der Staatsanwaltschaft zurück.

Kann alles wieder werden in Deutschland, wenn wir nicht aufpassen.

Übrigens: Die Jungs vom Nachrichtendienst haben lauter Schwarz-Weiß-Bilder von meinem Zimmer gemacht. Der Genosse Michael Burkhardt hatte ja auch noch den Farbfilm vergessen. Anhand der Bilder haben sie später eingeschätzt, ob es eher ordentlich aufgeräumt oder eher unordentlich war. Ich habe den Roland Jahn, das heißt, seine Behörde erst mal

verklagt Er möge die Fotos in den Schredder schieben.

Wieso muss die Bundesrepublik Deutschland archivieren, ob das Jugendzimmer von Bodo Walther eher ordentlich aufgeräumt oder eher unordentlich war ? Warum ist nicht eher der Zustand von Claudia Roths Jugendzimmer von staatstragendem Interesse ? Zumal die Jungs vom Nachrichtendienst

„Belastendes“ über mich doch eh nicht gefunden hatten.

Ach, ist das lange her. Wenn ich heute Jugendlichen davon erzähle, dann muß ich immer sehr weit ausholen und erst mal erklären, was ich mit „Ofenblech“ meine,

dass das heute „Funkenschutzplatte“ heißt und was man darunter alles verstecken kann.

Katrin Budde, Erich Mielke und seine Wähler

Morgen habe ich also wieder Sitzung des

Beirates des Stasi-Unterlagenbehörde. Da werde ich wohl meine Lieblingsgenossin Katrin Budde (SPD) wieder sehen. Wir hatten mal einen Streit darüber, aus welcher Perspektive die DDR-Geschichte zu betrachten sei. Genossin Budde hatte einen Gesetzesentwurf im Magdeburger Landtag eingebracht, wonach diese „Aufarbeitung“ nur geschehen könne aus der Perspektive eines Menschen, der bis zum 9. November 1989 in der DDR verweilt und zu 98,7 % den Kandidaten der Nationalen Front des Antifaschistischen Blocks seine JA-Stimme gegeben hat.

Ich hingegen, der ich, wie über 90 % aller politischen Gefangenen der DDR vor diesem Datum ausgebürgert und außer Landes geschafft wurde, hatte dagegen geklagt (Zum Prozess bitte klicken). Warum will der Antifaschistische Block unsere Perspektive denn ausschließen ?

Ja und nun geht es in die nächste Runde. Der Spitzenkandidat der Parteien der Nationalen Front des Antifaschistischen Blocks in meiner Vaterstadt Weißenfels war ja ein Speditionskaufmann namens Erich Mielke. Er war dies auch in Merseburg, Hohenmölsen, Naumburg und Zeitz in Sachsen-Anhalt, also dem damaligen Volkskammerwahlkreis 36.

Er war im Staat der Kutscher, Dachdecker und Tischler, also im Arbeiter- und Bauernstaat, ein sehr fleißiger Abgeordneter der DDR-Volkskammer. Unten ist der Erich bei den Bauern in Nessa im damaligen Kreis Hohenmölsen unter seinen Wählern abgebildet. Die DDR war ja ein Arbeiter- UND Bauernstaat.

Klicken Sie auf des Bild und der Bericht der SED-Kreisleitung über seinen Wahlkampf im Kreis Hohenmölsen öffnet sich Ihnen als PDF.

Morgen im Beirat der BStU wird sich wieder die Frage stellen: Warum eigentlich die DDR-Geschichte aus der Perspektive der Wähler der Kandidaten des Antifaschistischen Blocks erzählen ? Wie das die Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestages, die Genossin Budde für richtig hält ? Warum nicht gleich die DDR-Geschichte erzählen aus der Perspektive des Kandidaten Ministers für Staatssicherheit der DDR, des Speditionskaufmanns Erich Mielke selbst ?

Das Projekt, welches diesen Plan verfolgt, heißt „Campus für Demokratie“. Erich Mielkes Schreibtisch ist das zentrale Ausstellungsstück.

Tcha, die deutsche „Aufarbeitung der SED-Diktatur“ nimmt etwa zeitgleich mit der Entsorgung Hubertus Knabes schon seltsame Wege. Und erstaunlich, wer da inzwischen alles mit herumrührt in der „Aufarbeitung“, sogar IM Victoria hat den Löffel in der Hand …


P.S.: Bin mal gespannt, ob der Roland Jahn morgen wieder seine alte Idee aus 2015 ausbuddelt. Wenn die Stasi-Akten ins Bundesarchiv gingen, so der fleißige Mann, könnte ja für ihn ein Posten als Ombudsmann der Geschlagenen der DDR-Diktatur herausspringen.

Wie bestellt ist ja eine entsprechende „Denkschrift“ aus dem Hause Dieter Dombrowski schon eingetrudelt.

Klicken Sie (PDF). Lesen Sie. Es ist Druckfrisch. Gerade so vier Wochen alt.

LINKE Tränen für den Kerkermeister

Heute gedachte die in LINKE umbenannte Sozialistische Einheitspartei zu Thüringen einer ihrer Vordenker. Er heißt Gerhard Riege, hat sich 1992 nach Stasi-Vorwürfen umgebracht und war DER Staatsangehörigkeitsrechtler der DDR.

Das Kapitel „Staatsangehörigkeitsrecht“ im DDR-Lehrbuch Staatsrecht, herausgegeben vom Staatsverlag der DDR, hat ER geschrieben. Das Werk steht auch vollständig im Netz, hier …

Dort schreibt Genosse Riege auf Seite 207:

„Die Auswanderung ist das typische Produkt der Krisenwirtschaft kapitalistischer Staaten, … Die entsprechende Menschenrechtskonvention ermöglicht die Auswanderung … und verweist dabei vor allem auf die Verantwortung für den Schutz der … Gesundheit und Moral… (Art. 12). Diese Kriterien sind für die Deutsche Demokratische Republik maßgebend. Sie kann davon ausgehen, dass die sozialistischen Gesellschaftsverhältnisse den Menschen erstmals beständig soziale Sicherheit, freie und ungehinderte Persönlichkeitsentfaltung gewährleisten.

(Bild oben: Mauerbau am 13. August 1961)

In der Deutschen Demokratischen Republik gibt es keine soziale Basis für ein Grundrecht auf Auswanderung. Die … moralische Verantwortung für jeden Bürger … stellt in Rechnung, dass die Auswanderung in einen imperialistischen Staat bedeutet, Menschen einem System auszuliefern, das sie ausbeutet …. ihre Existenz gefährdet….“


Ach ja, hier mal noch die Genossin Susanne Hennig-Wellsow (Partei- und Fraktionsvorsitzende DIE LINKE zu Thüringen) anläßlich des 27. Jahrestages des Selbstmordes ihres großen Lehrers:

„Der Freitod Gerhard Rieges sollte auch heute noch Mahnung sein, mit politischen und persönlichen Biografien von Menschen nicht selbstherrlich und einseitig umzugehen.

Damals wie heute darf die politische Abrechnung nicht vor einem respektvollen Umgang gestellt werden.“


Hier mal noch die Mauerfetischisten von der JUNGEN WELT …

Und hier auch noch das Thüringer Landes – Käseblatt …

Oh, Netty Kahane hat mir geschrieben

Also, genauer gesagt hat nicht die Anetta Kahane mir geschrieben, sondern ihre Amadeo-Antonio-Stiftung.

Die „IM Victoria“ und Genossen veranstalten ja übermorgen ein Tribunal über die ehemaligen Stasi-Häftlinge namens „DER RECHTE RAND DER AUFARBEITUNG“, das schrieb ich ja schon …

Und da hatte ich mich natürlich vor schon 8 Tagen angemeldet mit den Worten:


„Von: Bodo Walther

Gesendet: Montag, 4. Februar 2019 16:34

An: Office (AAS) <info@amadeu-antonio-stiftung.de>

Betreff: Anmeldung Fachtagung „Der Rechte Rand der Aufarbeitung“

Sehr geehrte Damen und Herren von der Amadeo-Antonio-Stiftung,

zu Ihrer Fachtagung „Der Rechte Rand der Aufarbeitung“ melde ich mich verbindlich an. Ich bin

Beirat an der Stasi-Unterlagenbehörde. Das Thema interessiert mich sehr

Mit freundliche Grüßen

Bodo Walther

Lobitzscher Hauptstraße 7

06667 Weissenfels“


Ja, und „IM Victoria“ schrieb mir gestern zurück:


>>Gesendet: Montag, 11. Februar 2019 um 16:34 Uhr
Von: „Veranstaltung (AAS)“ <veranstaltung@amadeu-antonio-stiftung.de>
An: „Bodo Walther“
Betreff: AW: Anmeldung Fachtagung „Der Rechte Rand der Aufarbeitung“

Sehr geehrter Herr Walther,

vielen Dank für Ihre Anmeldung und entschuldigen Sie bitte unsere verzögerte Antwort – die unerwartet hohe Menge der Anmeldungen und Anfragen zu bewältigen nahm weitaus mehr Zeit als geplant in Anspruch.

Leider ist die Fachtagung am 14.2.2019 bereits vollständig ausgebucht. Angesichts des breiten Interesses werden wir uns bemühen, eine größer ausgelegte Folgeveranstaltung zu organisieren, um der hohen Nachfrage nachzukommen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Veranstaltungsteam

—————————————————————–

Amadeu Antonio Stiftung

Novalisstraße 12, D – 10115 Berlin

www.amadeu-antonio-stiftung.de

Engagement statt Hetze! Unterstützen Sie Projekte für eine Kultur des Respekts vor Ort und im Netz.

Amadeu Antonio Stiftung |  IBAN: DE32 4306 0967 600 500 0000  | BIC: GENODEM1GLS | GLS Bank

An dieser Stelle noch ein Hinweis auf die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Rahmen von E-Mail-Kommunikation. Die Datenverarbeitung personenbezogener Daten geschieht ausschließlich zweckgebunden und im Einklang mit der am 25. Mai 2018 in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO). Alle Informationen zur Datenverarbeitung gemäß Art. 12 ff. DS-GVO finden Sie unter www.amadeu-antonio-stiftung.de/datenschutzerklaerung/pflichtinformationen. 

Wir bitten darum, uns vertrauliche Informationen (bspw. Verträge, private Adressen) nur durch Passwörter geschützt zuzusenden und uns das Passwort auf gesondertem Weg (bspw. per Telefon) zukommen zu lassen. Hier gibt es eine Anleitung zum Passwort-Schutz von Word-Dateien und von PDF-Dokumenten.<< 

Na , ja, das hätte ich mir denken können, dass die antifaschistische Stiftung mich jetzt erst mal in ihre antifaschistische Datenbank einpflegt. Und das da unten hätte ich mir auch denken können.


Ach so: für übermorgen

Donnerstag, den 14. Februar 2019, von 09:30 – 11:30 Uhr
vor dem Tagungsgebäude und Sitz der Amadeo-Antonio-Stiftung in der

Novalisstr. 12, 10115 Berlin-Mitte

hat die Lagergemeinschaft Workuta eine Protestdemonstration bei der Polizei angemeldet.

Um Rückmeldung weiterer Teilnehmer und Organisationen wird zeitnah unter der

Tel.Nr.: 030 / 78 71 48 18, Stefan Krikowski (Organisation), oder

Tel.Nr.:030-85607953 oder

Mobil: 0176-48061953, Carl-Wolfgang Holzapfel (Pressearbeit) gebeten.


 


PS: Hier Vera Lengsfeld noch mal zum Thema …

Und hier noch mal Klaus-Rüdiger Mai bei „Tichys Einblick“ …


P.P.S.:, 18. Februar 2019:

Einen Bericht der BZ zur Demo gibt’s hier …

Einen Bericht David Bergers gibt’s hier …

Ein Video auf youtube dazu

gibt’s hier …

Die Schilderung der UOKG gibt’s hier …

Die Rede des Genossen Hilsberg hinter den verschlossenen Türen gibt’s hier …

Das Russlandbild der Deutschen

Der Ruhr-Universität zu Bochum und sicher nicht nur dieser ist aufgefallen, dass es in West- und Ostdeutschland sehr verschiedene Ansichten zur Zukunft der deutsch-russischen Beziehungen gibt.

Über das Zeitzeugenbüro der Stiftung Aufarbeitung hat die Ruhr-Uni Bochum gezielt  Menschen befragt, die vor 1989 aus der DDR in den Westen gegangen sind oder gegangen wurden. Ich habe den fleißigen Forschern Folgendes geantwortet:


Sehr geehrte Damen und Herren,

über das Zeitzeugenbüro hatten Sie mich gebeten, den beiliegenden Fragebogen zum Rußlandbild auszufüllen. Dieser liegt anbei. Gestatten Sie, dass ich dazu doch noch mehr schreibe:

Ein wichtiges Buch 1989 war Rolf Henrichs „Der Vormundschaftliche Staat“.

Rolf Henrich beschreibt 1989 die DDR als westlichste Bastion des russischen Imperiums. Wer die DDR verstehen wolle, so Henrich, müsse nicht Marx und Engels studieren, sondern russische Geschichte und müsse russisch lernen. Daraus leitet er alles Weitere ab, auch den „Vormundschaftlichen Staat“.

Die Eliten der DDR, die „Kader“, auch Rolf Henrich selbst, der einmal dazu gehörte, sprachen ab einer bestimmten Höhe der Hierarchie in der DDR fließend russisch. Sie hatten in Russland studieren oder mindestens ein „Kulturpraktikum“ absolvieren „müssen“. Russisch war die Kommandosprache in der Armee des Warschauer Paktes. Das Russlandbild, dass diese Kader spiegelten, auch der DDR-Bevölkerung spiegelten, war meiner Einschätzung nach und nach Gesprächen mit diesen Kadern keineswegs nur positiv. Eher differenziert. Und: kenntnisreich. Helmut Kohl wusste diesen Personenkreis noch 1993 zu nutzen. Ich habe das auf meiner Webseite geschildert, dort …

Dass die russische Orthodoxie ein Bollwerk gegen den Westen ist, habe ich erst 1993 begriffen und begriffen, warum. Auf meiner Seite habe ich dies im im Web

auch erzählt, dort …

In Westdeutschland hingegen habe ich vor 1989 eine große Wissenslücke in Sachen ALLER slawischer Sprachen und Kultur erlebt. Eine Ausnahme machten die Waldorfschulen, in denen man russisch lernte. Das Bild dort war politisch meist GRÜN und friedensbewegt und in Teilen nicht frei von Antiamerikanismus. Einem „Wessi“, der 1990 russisch sprach, konnte man ins Gesicht sagen: „Aha, Du warst auf der Waldorfschule !“ Und man erhielt zur Antwort: „Woher weißt Du das ?“.

Im Sommer des Jahres 2018 war ich das erste Mal nach 25 Jahren wieder in St. Petersburg. Russland ist heute ein reiches und stabiles Land. Die Menschen waren allerdings 2018 mir gegenüber nicht mehr sooo freundlich wie sie es 1993 auch in aller Armut noch waren. Sie waren auch nicht mehr so neugierig, wie sie 1989 noch auf einen „Westdeutschen“ neugierig waren. Dazu habe ich auch auf meiner Webseite erzählt, dort …. 

Kein Wunder, ich bin heute Bürger eines Staates, der Embargos gegen Russland verhängt und die Neugierde befriedigt das Internet.

Der Fragebogen liegt, wie gesagt, bei.

Bodo Walther

Anetta Kahane und das Tribunal

Annetta Kahane, Vorsitzende der „Amadeo-Antonio-Stiftung“ lädt für übernächste Woche ein. Wieder mal finanziert mit Steuergeldern, diesmal mit Hilfe des Genossen Gill. Also ich meine den Leiter der Landeszentrale für Politische Bildung Berlin, den Genossen Thomas Gill (SPD). Diesmal läuft’s unter dem Titel:

„DER RECHTE RAND DER DDR-AUFARBEITUNG“

Zum Download des Programms auf der Webseite vom Genossen HILSBERG (SPD) geht’s da lang …

Anetta Kahane fragt:

„Diente die Aufarbeitung der SED-Diktatur manchem nicht auch als trojanisches Pferd für eine nationalistische und antidemokratische Agenda ? …

… Es gilt also zu diskutieren, wie die bisherige Anlage der Aufarbeitung möglicherweise Fehlentwicklungen befördert hat … und wie sich diese … künftig ausschließen lassen.“ 

Der unvermeidliche Markus Decker ist auch dabei. Die „Fachtagung“ beginnt übernächsten Donnerstag, den 14. Februar 2019, 10 Uhr in der Amadeu Antonio Stiftung, Novalisstraße 12, 10115 Berlin-Mitte. Sie beginnt mit Doktor Helmut Müller – Enbergs.

Dieser hat kraft seiner Stasi-Expertizität ein Gutachten zu „IM Victoria“, also zu Anetta Kahane und ihrer Stasi-Tätigkeit geschrieben.

Das hat sie auch auf die Webseite ihrer Stiftung gestellt.

Die für mich wichtigste Grundaussage des Gutachtens von Müller – Enbergs steht auf Seite 3 und 4 und lautet:

„Quellenlage

Die Auftraggeberin (IM Victoria=Anetta Kahane) legte dem Unterzeichner (Helmut Müller – Enbergs) folgende Unterlagen in Kopie vor, wie ihr diese von der BStU in mehreren Chargen, jedoch wesentlich im Jahr 2002 zur Verfügung gestellt wurden. 

Mit geringen Fehlstellen … werden die zu Frau Anetta Kahane angelegten und von ihr zur Verfügung gestellten UNTERLAGEN ALS VOLLSTÄNDIG anzusehen sein. … Diese Unterlagen sind als zureichend (anzusehen), um auf deren Basis eine Bewertung vorzunehmen.

Wow, die Marianne Birthler hat der „IM Victoria“ ihre Spitzelberichte ausgehändigt. Und zwar in einem Umfang, der ALS VOLLSTÄNDIG anzusehen ist.

§ 16 Absatz (2) des Stasi-Unterlagengesetzes erlaubt eigentlich nur, dem Stasi-Mitarbeiter AUSKUNFT zu erteilen in einer

 „Umschreibung von Art und Umfang der Tätigkeit, des Personenkreises, über den berichtet worden ist, sowie der Häufigkeit der Berichterstattung.“

Aber die Frau Birthler ist ja auch in Hohenschönhausen eher etwas eigen. Sie habe dort, so ihre Beteuerung gegenüber der Presse, 27 vertrauliche Gespräche mitt 36 Mitarbeitern geführt. Nur mal so als Denksport: Wie führt man eigentlich 27 vertrauliche Gespräche mit 36 Mitarbeitern?

Richtig ist natürlich: Anhand alter Spitzelberichten läßt sich schon überlegen, was an diesen zu optimieren gewesen wäre.

Ich habe vorsichtshalber die Stasiunterlagen-Behörde darauf verklagt,

den über mich angelegten „Operativen Vorgang Gärtner“ zu vernichten. Hat jetzt auch ein Aktenzeichen beim Verwaltungsgericht in Berlin: VG 1 K 5.19.

Sonst gelangt der auch in Stasi-Hände.


P.S.:

Vera Lengsfelds Beitrag zum Thema steht hier …

Die Sicht der „Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft“ steht hier

Klaus-Rüdiger Mai schreibt bei „Tichys Einblicke“ DORT über „Amadeu Antonio Stiftung: Geheimtagung?“

In seinem Blog erwähnt er auch, dass sich „IM Victoria“ das nun nicht nachsagen lassen will. Die „Fachtagung“ ist jetzt auf der Webseite der „Amadeo-Antonio-Stiftung“ angegeben, allerdings als AUSGEBUCHT.


Die (automatisch generierte) mail der Stiftung auf meine Anmeldung hin habe ich unten wiedergegeben. Ich mache mir allerdings keine Illusionen darüber, dass sich dort für mich wirklich ein Plätzlein finden könnte:

Gesendet: Montag, 04. Februar 2019 um 17:04 Uhr
Von: „info@amadeu-antonio-stiftung.de“ <info@amadeu-antonio-stiftung.de>
An: „Bodo Walther“
Betreff: Anmeldung Fachtagung „Der Rechte Rand der Aufarbeitung“

Vielen Dank für Ihre Nachricht, deren Eingang wir hiermit bestätigen möchten.

Darüber hinaus möchten wir Sie auf die damit zusammenhängende Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten hinweisen. Die Datenverarbeitung geschieht im Einklang mit der am 25. Mai 2018 in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO).

Alle Informationen zur Datenverarbeitung gemäß Art. 12 ff. DS-GVO finden Sie unter https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/datenschutzerklaerung/pflichtinformationen.

Wir werden uns bezüglich Ihrer Nachricht bei Ihnen zurückmelden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Amadeu Antonio Stiftung

(Diese Nachricht wurde automatisch erstellt.)


 

 

 

facebook und die Gemeinschaftsstandards

Die „Gemeinschaftsstandards“ bei Facebook sind schon ein Mysterium.

Gestern veröffentlichte die „Freie Presse“ zu Chemnitz einen Artikel über den Zwickauer Pfarrer i.R. Edmund Käbisch,

der vor 1989 immer offen gewesen sei in seiner Domkirche

für „DDR-Oppositionelle

UND

(in die DDR entlassene ehemalige DDR-) Strafgefangene„.

Ich schrieb den Freien Press’ler auf ihre Facebookseite (Die Links waren natürlich nicht „drin“, außer der Letzte.):


Werte Freie Presse,

der Pfarrer Käbisch, der immer offen gewesen sei sowohl „Für Oppositionelle“ als auch „Für (in die DDR entlassene) Strafgefangene“. …

Opposition, liebe FREIE PRESSE, ist ein Begriff der parlamentarischen Demokratie und war in der DDR bei Gefängnisstrafe verboten. Es gab deshalb in der DDR bis Herbst 1989 keine Opposition. Wohl aber gab es Dissidenz und Widerstand. Widerstand gegen eine ungerechte Rechtsordnung ist denknotwendigerweise ein Verstoß gegen dieselbe und deshalb immer ILLEGAL. In der Regel erklärt diese Rechtsordnung diesen Widerstand auch als strafbar.

Als ich 1982 aus 20 Monaten Stasi-Haft nach Weißenfels in der DDR entlassen wurde, traf ich dort in dem damaligen Weißenfelser Kreisjugendpfarrer auch so einen an, der sich wie Edmund Käbisch engagierte. Curt wollte mich und „andere straffällig gewordene junge Menschen“ nun wieder zu „ordentlichen Menschen“ machen. Ich sollte erst mal die von mir begangene „Straftat“ bereuen, Besserung geloben und den Ausreiseantrag zurückziehen. Dann werde alles wieder gut.

Solche „Aufarbeiter“ des „SED-Unrechts“ können bis heute nicht wirklich differenzieren, was z.B. einen Strafvorwurf einerUngesetzlichen Verbindungsaufnahme, § 219 StGB DDRvon einem Strafvorwurf des „Asozialen Lebenswandels, § 249 StGB DDR“ in Tateinheit mit der Vernachlässigung der Unterhaltszahlungen für das eigene Kind, § 141 StGB DDRunterscheidet.

Worin also „Das SED-Unrecht“ der „SED-Unrechtsjustiz“ denn nun bestanden haben soll.

Hier mal zum politischen Strafrecht der DDR …

Nichts für ungut.

Bodo Walther


Verstieß gegen die „Facebook-Gemeinschaftsstandards“.